Didaktisches in Roma

Wie versprochen war am Wochenende Ebbe mit neuen Artikeln, da ich in Rom zum Seminar der Sprachassistenten war. Generell fand ich es toll organisiert, man erwartet ja heute zu solchen Veranstaltungen das „Schlimmste“ d.h. vor allem keine Spesenbegleichung für Anfahrt, Kost und Logis. Aber in diesem Fall war das nicht so, insbesondere die Mahlzeiten hätten jedem Ferragosto-Festessen das Wasser reichen können.
Aber auch vom Inhaltlichen her wurden einige interessante Sache besprochen. Von Horror-Berichten aus Hotelfachschulen bis hin zu Lobreden über die Liceo-Schüler gab es alles. Ich konnte mich innerhalb dieses Ranking in die Mitte einordnen, habe also beide Welten mehr oder weniger verstehen können.
Methodisch wurde insbesondere die Arbeit mit Neuen Medien und Texten behandelt. Gerade der erstgenannte Kurs kam meinen Neigungen relativ entgegen. Ich bin mal gespannt, ob Webquests, Blogs und Webzines an unserer Schule einsetzen kann. Beim Text-Workshop wurde insbesondere über das Übersetzungs-Verhalten der italienischen Schüler und Lehrer diskutiert. Dies besteht darin, den Text haarklein, Stück für Stück zu übersetzen. Dies ist ein Aspekt, der mir und auch anderen Assistenten eher widerstrebt. Allerdings ist diese Mentalität nur schwer umzustoßen.
Last but not least wurden wir noch gut mit Informationsmaterial ausgestattet. Ich glaube, für keine andere Fremdsprache wird zumindest in Italien mehr Werbung gemacht als für Deutsch. Dies ist auch nötig, da Deutsch insbesondere nach der Bildungsreform von Gelmini in seiner Reputation stark angegriffen wird. Da fühlt man sich als Sprachassistent geradezu wie ein Retter der deutschen Sprache.

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2 Gedanken zu “Didaktisches in Roma

  1. Retter…Ritter…Kreuzzug der deutschen Sprache 😉
    Was stoert dich an der Uebersetzungsmentalitaet? Haben nicht auch wir Ciceros Texte genauestens bis ins kleinste Detail Stueck fuer Stueck uebersetzt? Aber hast ja Recht, ich denke es gibt einfachere Moeglichkeiten. Zumal niemand diese 1000%ige Genauigkeit zum Verstaendnis benoetigt.

  2. Ja, ja, Latein ist anders 🙂 Die Schueler sollen nicht schlampig arbeiten, bloss ist es eine grundlegende Mentalitaet, die den Unterricht unheimlich verlangsamt. Schueler und Lehrer wollen alles haarklein uebersetzen und das raubt Zeit fuer die interessanten Dinge (Diskussionen u.a.).

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