Räumlein, wechsel dich…

Zu den stressigeren Sachen hier gehört das Aufsuchen des richtigen Raumes. Warum ist das ein Problem? Schließlich sollte es einen Raumplan geben, der dies reguliert. Und in der Tat, es gibt ihn. Allerdings werden die meisten Klassen bei der zweiten modernen Fremdsprache gesplitttet, so dass normalerweise zwei Gruppen entstehen, Französisch und Deutsch beispielsweise. Und hier beginnen die Schwierigkeiten: Meist wird unter den Lehrern ausgehandelt, wer im Klassenraum bleiben darf und wer nicht. Und manchmal muss dabei Deutsch zurückstecken, wie heute zwei Mal passiert.
Hierbei entstehen für mich zwei Paradeszenarien: Ich stosse erst zur zweiten Stunde hinzu und darf „Geh aufs Ganze“ nachspielen d.h. hinter welcher Tür ist Klasse xy versteckt. Manchmal erwische ich dabei auch einen Zonk. Das zweite Szenario ist weniger stressig für mich, da ich hierbei einen Spaziergang mit der Klasse durch das Schulgebäude unternehmen muss. Dabei kann es manchmal auch in den „Bunker“ gehen, ein Nebengebäude, welches für diverse NS-Filme auch eine äußerst realistische Requisite abgegeben hätte.
Die Raum-Problematik verschärft sich allerdings um diverse Potenzen, wenn man einen Raum reservieren möchte. Dort tritt einem die ganze italienische Schul-Bürokratie entgegen. Eine sichtlich angefressene Sekretärin erklärte mir beispielsweise heute, dass ich zum Direktor diesbezüglich gehen muss, der allerdings erst Freitag Zeit für mich hat. Ich möchte einen Raum für einen gewissen Zeitraum einmal die Woche fest reservieren, ein paar deutsche Filme schauen, mehr nicht. Ich will nicht wissen, wohin ich gehen muss, wenn ich mal ein Fest oder dergleichen plane. Soll ich dann einen Gang nach Canossa antreten? In diesem Fall hätte ich sogar Glück, da Canossa relativ nah an meinen Schulort gelegen ist. Allerdings möchte ich bei diesen Schilderunge auch meinen Lieblings-Bidelli positiv hervorheben, der mich mit stoischer Ruhe beim Kampf gegen diese Unwegsamkeiten unterstützt hat. Nur mit solchen fantastischen Leuten kann man sich im Dschungel der Bürokratie (und insbesonere in Italien) durchschlagen.

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