Ohne Mensa ist alles doof

Unser Schulgelände könnte auch ein Teil einer osteuropäischen Universität während der 1980er Jahre sein, also in Bezug auf die faulig anmutende Bausubstanz, welche einen gemeinhin trüben Charme versprüht. Zu diesem äußerlichen Makel gesellt sich auch ein innerer Mangel: Es gibt keine Mensa. Die basale Versorgung der schulischen Zöglinge ist natürlich durch Automaten diverser Süßwarenhersteller gesichert. Ebenso wird im großen „Intervallo“ ein kleiner Stand aufgebaut, an dem in lauthalsiger Börsen-Manier Panini und Pizza den Besitzer wechseln.
Allerdings kann man hier zum Beispiel kein Mittagessen einnehmen. Das Essen in deutschen Schulmensen mag oft grausam sein, allerdings erfüllt die Örtlichkeit immer noch die Funktion eines „Schmelztiegels“. Lehrer (also zumindest diejenigen, die wollen) und Schüler treffen sich in einem etwas zwangloseren Rahmen und können kurzzeitig das Hierarchie-Korsett lockern. Zudem entspannt die Einnahme der Mahlzeiten ein wenig den hektischen Ablauf eines Schultages.
Dies alles fehlt hier. Es gibt eine große Pause, in der das Schulhaus einer Großraumdisko gleicht. Ansonsten sind die Schüler in ihren Klassenräumen und sollen ja nicht woanders im Gebäude herumlungern. Und nach der sechsten Stunde heisst es „Ab nach Hause“ und dort steht schon die frische Pasta mit Ragù bereit.

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