John Dewey & der Konjunktiv

Am Dienstag habe ich wieder Rio Reiser genutzt, um den Konjunktiv schmackhaft zu machen. Nach der Analyse des Liedes sind wir wieder natürlich zur Frage gekommen, was die Schüler ändern würden, wenn sie ‚Könige‘ wären. In den anderen Klassen kamen vorher meist die üblichen materialistischen Verdächtigen (Geld, Autos,…) oder allumfassende Mutter-Theresa-Gedanken.
Neu war am Dienstag jedoch die Referenz auf die Schule, aus der sich schließlich eine interessante Diskussion entwickelte. Die Schüler (des Liceos zumindest) wollen durchaus in die Schule und lernen, aber andere Dinge, vor allem ‚praktische‘ Sachen: Zeichnen, Singen, Nähen, wobei letzteres auch ein wenig von den Mitschülern belächelt wurde. Aber es zeigt sich deutlich der von Dewey grandios beschriebene Hunger nach Erfahrung und Selbstbestätigung, den die Schüler verspüren. Gerade deswegen bewundere ich ihre Geduld, mit der sie den italienischen Pauker-Unterricht 36 Stunden pro Woche ertragen. Ein Schüler zeigte mir sein faustdickes Philosophie-Buch, gewichts- und inhaltsmäßig gut gefüllt mit Galilei, Descartes, Hume und Locke. Ich frage mich, wie sie es gefunden hätten, wenn sie den zukünftigen Wissenschaftlern so präsentiert worden wären.

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