Auf Diät

Gestern hieß es mal wieder Konjunktiv II üben. Dieses grammatische Thema ist recht dankbar, da man schnell ein Haufen witziger Aufgaben nach dem Schema „Was wäre, wenn…“ konstruieren kann und somit das Einpauken nicht so schnell ermüdend wird.
Eine Aufgabe der letzten Stunde hat mich jedoch stutzig gemacht. Darin wurde gefragt, was man einer Freundin empfehlen würde, die zu dick ist. Dies hat mich in einige Schwulitäten gebracht, da eine Schülerin der Klasse recht füllig ist. Wie geht man also mit solchen Fragen um, die die Persönlichkeit einer Schülerin direkt angreifen könnten?
In dem Kontext von gestern habe ich schlichtweg die Schülerin außen vor gelassen. Jedoch habe ich auch Klassen, in denen neun von zehn Schülerinnen (dicke Jungs gibts nicht in meinen Klassen) übergewichtig sind. Was macht man da? Die einfachste Lösung wäre sicherlich das Ignorieren der Frage. Allerdings war das gestern schlecht möglich, da meine Betreuerin mich direkt gebeten hatte, die Aufgabe mit den Schülern durchzuführen. Es würde mich auch interessieren, was sich die Lehrbuch-Autoren bei der Formulierung gedacht haben. Soll bei der Behandlung des Konjunktivs gleich eine Typ-Beratung („Wenn ich du wäre, würde ich mal zum Dermatologen gehen.“) durchgeführt werden?

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