Hauptsache durchkommen

Wenn man mal bereits vorab eine Stunde – vielleicht zu Demonstrationszwecken – gegen die Wand fahren lassen möchte, kann ich seit gestern einen todsicheren Tip geben: Man spricht am Anfang der Stunde über die geschriebenen Leistungskontrollen, ohne sie allerdings auszuteilen. Sowohl Schüler („Habe ich eine Vier?“) als auch Lehrer („Ich habe nur einen Blick darauf geworfen, die Note steht noch sicher“) tappen im Dunkeln und nerven sich gegenseitig.
Die Reaktionen der Schüler waren im Allgemeinen zweigeteilt und hingen von den Nebelkerzen des Lehrers ab: Eine gute Andeutung erzeugte Zufriedenheit und Zurücklehnen, die andere Reaktion war innerlich aufgeladene Wut und Blockadeverhalten. Jedoch hatten beide Arten der Rückmeldung zur Folge, dass sich die Motivation für das Bearbeiten der eigentlichen Stundeninhalte gegen Null entwickelte.
Ich bin aber auch immer überrascht, wie minimalistisch sich die Schüler bezüglich ihrer Noten verhalten. Ihr einziger Bezugspunkt ist oftmals ausschließlich „sufficiente“, also in Deutschland wäre das eine „“4“. Wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, waren selbst unmotivierte Schüler nicht nur auf „Sein oder Nicht-Sein“ fixiert.

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