Ein Lebenszeichen aus der italienischen Sommerschwüle

Eigentlich ist meine offizielle Tätigkeit als Fremdsprachenassistent in Italien bereits seit zwei Wochen beendet. Die letzten Tage an meiner Schule waren schon sehr bewegend und stellten gewissermaßen einen schönen ideellen Lohn für die Mühen des vergangenen Schuljahres dar. Beeindruckt war ich von der Kreativität vieler Schüler, die mir und meiner Lehrerin zum Abschied kleine Geschenke wie ein Poesie-Album oder eine PowerPoint-Präsentation machten. Es waren auch Klassen dabei, von denen wir nicht unbedingt den Eindruck gewannen, dass sie der deutschen Sprache eine große Liebe  entgegenbringen. Umso bemerkenswerter war es jedoch, dass sie  sich die Zeit und Energie nahmen.

Kommende Woche bin ich als Lehrer bei einem Deutsch-Sommerkurs für Schüler einer „Scuola media“ tätig. Das ist ein ziemliches Überraschungsei für mich, da ich weder die Schüler noch das Ambiente der Schule richtig gut kenne. Auch wird es das erste Mal sein, dass ich mit einer Klasse einer italienischen Mittelschule arbeiten werde. Bisher war ich ja an einem Institut, welches nur Schüler im Alter von 14 bis 19 Jahre beherbergte. Vor allem interessiert mich, wie die Disziplin der Schüler aussehen wird. Allerdings bin ich diesbezüglich frohen Mutes, da der Kurs „freiwillig“ ist und insofern ein Großteil der unmotivierten Schüler die Zeit zu Hause mit Comic-Serien und den Spielen der Fußball-WM verbringen wird.

Etwas problematisch ist der Umstand, dass die Schüler noch im A1-Niveau anzusiedeln sind und somit viel nettes Material nicht zumutbar ist.  Da werden sicherlich etwas Improvisation und einige italienische Erklärungen notwendig sein. Morgen beginne ich jedenfalls mit zwei Kennenlernspielen, eines für mich und eines für die Schüler. Bei meiner „Vorstellung“ werde ich einige Stichwörter an die Tafel kritzeln und die Schüler müssen dazu Fragen formulieren. Mit den Schülern werde ich das Klopapier-Spiel durchführen. Das heißt, dass jeder Teilnehmer beliebig viel Blatt Toilettenpapier nehmen kann und pro Blatt etwas über sich erzählen muss. Natürlich kommt die Erklärung dieses Spieles erst nach dem Austeilen des Papiers. Ich bin auf jeden Fall auf das Gesicht der Schüler nach der Auflösung des Spielprinzips gespannt.

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