Wie man Lehrer in Italien werden kann

Das italienische Schulsystem hat einige komplexe Ecken und eine davon ist sicherlich die Lehrerausbildung. In Deutschland gibt es dafür mE eine relativ klare Struktur: Man entscheidet sich meistens vor dem Studium, ob man Lehrer werden möchte und studiert dann die anvisierten Fächer. Nach dem ersten Staatsexamen geht es in den Vorbereitungsdienst, der mit dem Zweiten Staatsexamen abschließt und somit – Maßnahmen der Weiterbildung mal ausgenommen – die Lehrerausbildung abschließt.

Ein großer Unterschied zu Deutschland ist der Umstand in Italien, dass es keine Studiengänge für Lehrämter gibt. Man macht also seinen „laurea“ in der Fachwissenschaft, ohne didaktisch-pädagogisches Brimborium (Praktika, Kurse) an der Universität. Weiterhin konnte sich noch kein Referendariat etablieren, zumindest nicht in der Form, in der es in Deutschland regelrecht exerziert wird. Zwar gibt es seit rund zehn Jahren die „scuole di specializzazione“, allerdings sind diese derzeit aufgrund mangelnder Lehrerstellen schlichtweg eingefroren worden. Im vorigen Jahrhundert wurden die Lehrerstellen vor allem mit Hilfe sogenannter „concorsi“ vergeben. Dies stellten Wettbewerbe dar, welche die fähigsten Aspiranten mittels Tests von Lebenslauf und Fachwissen filterten. Eine pädagogische Verifizierung wurde jedoch kaum vorgenommen. Insofern mussten sich die Schüler Italiens darauf verlassen, dass fachliche und didaktische Kenntnisse auf dem gleichen hohen Niveau liegen. Vielleicht ist das ein Grund, warum der Unterricht in Italien generell sehr klassisch gehalten wird und diese Tradition oftmals nur von Absolventen der „scuola di specializzazione“ gebrochen wird.

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