Auf Konferenz

Der Schulalltag strotzt ja so vor Konferenzen, die allerdings meistens innerhalb der Schulgemäuer stattfinden. Nach den Ferien werde ich allerdings die Gelegenheit haben, an einer lehrerinternen Konferenz außerhalb der „Penne“ teilzunehmen. Das Ambiente dafür ist auch sehr gehoben, ein nettes Schlossparkhotel in der niederländischen Provinz wird uns beherbergen. Fast kriege ich diesbezüglich ein schlechtes Gewissen, da sonst überall von Budgetschwierigkeiten die Rede ist und nun aber eine opulente Konferenz organisiert wird.
Interessant ist eine solche Zusammenkunft allemal (auch aufgrund der Gastvorträge schulexterner Personen), obwohl ich mich persönlich nicht unbedingt als Sympathisant von Treffen dieser Art sehe. Viel Gequatsche, wenig Handlungen in der Folge – ich kann mich von dieser allgemeinen Meinung auch nur schlecht lösen. Interessanter ist sicherlich der soziale Aspekt, also vor allem die Lehrerschaft durchzumischen, wie es beispielsweise durch die angesetzten interfachlichen Workshops angeregt werden soll. Hier soll es unter anderem darum gehen, die eigene Sektion zu präsentieren und auszuloten, wie die dort erworbenen Kompetenzen in andere Fächer eingebunden werden könnten. Was dann in der Praxis ankommt, wird sicherlich nur ein Bruchteil davon sein. Allerdings wird es bestimmt ein interessanter Einblick sein, die Inhalte und Methodik anderer Fächer kennenzulernen und auch ein wenig die allgemeine Lehrmentalität zu entdecken. Ich habe bisher nur Unterrichtsstunden der Deutsch-Sektion gesehen und kann daher beispielsweise kaum beurteilen, ob die niederländischen Schüler mit Gruppenarbeit vertraut sind. Insofern hat eine solche Konferenz durchaus positive Auswirkungen auf den Schulalltag, da man ein feineres Auge dafür bekommt, mit was sich die Schüler in anderen Fächern auseinandersetzen müssen.

Vorentlastung mit Mind-Maps

Prinzipiell haben die niederländischen Schüler einen sehr hohen passiven Wortschatz, allerdings zeigen sie beim aktiven Gebrauch einige Schwächen, jedenfalls was Artikel oder Orthographie angeht. Insofern halte ich die intensive Vorbereitung der Schüler auf das Vokabular einer landeskundlichen Lektion oder eines alltäglichen Themas für unumgänglich.
In letzter Zeit habe ich für die Vorentlastung die Methodik „Mind-Map“ wiederentdeckt. Für die Vorerstellung einer Mind-Map nutze ich vorrangig die Freeware Freemind. Inwieweit ich die Mind-Map vorstrukturiere, hängt natürlich wesentlich vom Niveau der Schüler und der Vertrautheit mit dem Thema ab. Je höher das Niveau, desto freier und ungebundener ist allgemein die Mind-Map. Ein sehr stark vorstrukturiertes Arbeitsblatt habe ich zur Thematik „Medien“ erstellt, prinzipiell geht das schon eher in die Richtung einer simplen Zuordnungsübung. Offener gestaltet ist da schon diese Mind-Map, die sich mit dem Thema „Film“ auseinandersetzt.
In meinen Klassen setze ich meist rund zehn Minuten für die Beschriftung und Analyse der Mind-Map an. Generell habe ich den Eindruck, dass die Schüler wenig mit dieser Methode arbeiten und beispielsweise bei der Mind-Map „Medien“ sich darüber streiten, ob Werbung bei TV, Zeitung, Radio oder Internet eingeordnet werden sollte. Hier sind oftmals Erklärungen meinerseits notwendig, dass es hierbei keine penibel-korrekte Version gibt. In Zukunft werde ich daher bei der Erstellung meiner Mind-Maps stärker berücksichtigen, dass man auch Punkte einbinden sollte, die verschiedene Oberknoten berühren. Dadurch wird den Schülern die Philosophie einer Mind-Map hoffentlich klarer und deutlicher.