Späte Nachlese

Die Konferenz (und damit auch der letzte Beitrag) ist nun auch wieder rund zwei Wochen her und eines ist auf jeden Fall hängengeblieben: So gut wie dort habe ich lange nicht mehr zu Abend gegessen. Ich dachte nicht, dass sich nach meinem Lehramtsstudium tatsächlich die Möglichkeit bietet, mal wie ein Consultant zu dinieren. Auch unsere Seminarräume waren diesmal keine speckigen Klassenzimmer, sondern hätten auch im neuen Wall-Street-Film keine schlechte Figur abgegeben.
Wie schon im vorigen Beitrag angedeutet waren sicherlich die interdisziplinären Aspekte der interessanteste Punkt der Konferenz. Man erfährt mal, was die anderen Sektionen für eine Philosophie vertreten oder wo es knackt. Viele Probleme haben erstaunlicherweise oftmals ein Profil, das andere auch andere Fachgruppen gut nachvollziehen können. Beispielsweise ist das Niederländisch der Schüler allgemein recht „wild“ und das merken natürlich auch die Kollegen der Naturwissenschaften.
Schön war es wieder einmal zu sehen, wie unterschiedlich doch Lehrertypen sein können. Es gab beispielsweise ein Seminar, welches sich mit der Entwicklung der einzelnen Lehrer auseinandersetzte. Folgende Fragen waren dabei unter anderem von Belang: Wann hat man sich zum ersten Mal als Lehrer gefühlt? Gab es überhaupt einen solchen Moment? Was waren die schönsten Momente während dieses Berufsweges? Die niederländische Lehrerausbildung läuft zeitläufig nicht so weitläufig wie die deutsche d.h. in den Niederlanden kann man sich auch erst am Ende des Studiums entscheiden, ob man dann doch in die Schule geht. Insofern gibt es manchmal sehr „schräge“ Karrieren, ohne dies jedoch gleich negativ bewerten zu wollen. Viele solcher Kollegen bauen eine hohe Identifikation mit dem Lehrerberuf während der Ausübung auf, ganz nach dem Motto „Wenn ich etwas mache, dann zu 100 Prozent“. Vielleicht fehlt dieses Selbstverständnis manchen Lehrern, die mit der raschen Wahl für das Lehramt andere Hoffnungen verbanden (kurz: wenig Arbeit, viel Geld).
Die unterschiedlichen Typen an einer Schule kann man auch besonders gut abends am Tresen (und den Morgen danach) untersuchen. Ich gehöre dabei wahrscheinlich zur Mittelkategorie, also bis maximal Mitternacht ein paar kleine Biere trinken und dann ab ins Bett, um beim 9-Uhr-Seminar keinen allzu schweren Kopf zu haben.

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