Digitale Mainzelmännchen

Gestern und heute habe ich jeweils einer Stunde beigewohnt, in der Schüler einen Zeitungsartikel in Deutsch schreiben sollten. Die Themen waren äußerst weitläufig (von Rooneys Traumtor bis hin zu Berlusconi-Anfeindungen) und wurde bei der Übersetzung noch vor 10 Jahren in ranzigen Wörterbüchern herumgewühlt, so werden nun die Suchmaschinen gefüttert. Speziell bei Google kamen teilweise brauchbare Textbruchstücke heraus, so dass sich gerade die schwachen Schüler fragen könnten, ob sich der Aufwand für eine saubere Übersetzung denn lohne. Daher haben mein begleitender Lehrer und ich uns gefragt, ob man die Aufgabe beim nächsten Mal nicht wieder puristischer angehen sollte, also ohne digitale Hilfen. Prinzipiell muss man sich wohl wie bei der Einführung neuer Taschenrechner im Mathematik-Unterricht fragen, ob dadurch nicht gewisse Fähigkeiten abhanden kommen oder ob der Mehrwert doch größer ist. Ich glaube zumindest nicht an Letzteres, da die Aktivierung des potentiellen Wortschatzes durch elektronische Hilfen nicht angeregt wird und eher ein digitales Abbild der Wörterbuch-Gläubigkeit entsteht.

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