Die ewige Korrektur

Vielleicht sollte man angehenden Lehrern mal einen Stapel Korrekturarbeiten auf den Tisch werfen und innerhalb weniger Tage korrigieren lassen. Dann kriegt man einen guten Vorgeschmack auf den für viele Lehrer unangenehmsten Part des Jobs. In den Medien wird über ausgebrannte Lehrer diskutiert, die Unmengen an Korrekturen tragen dazu sicherlich einen wichtigen Teil bei. Die eigentlich freie Zeit wird durch Papierstapel erstickt, sei es in den Ferien oder am Wochenende. Wer damit nicht umgehen kann und sich nach 9-till-5-Strukturen sehnt, wird mehr oder weniger schnell in eine Frustrationsspirale geraten. Ich weiß selbst nicht, was dabei unangenehmer ist: Stupide Multiple-Choice-Fragebögen oder unendlich lange Aufsätze?

Gibt es eigentlich Lehrer, die Korrigieren besser als Vorbereiten & Unterrichten finden? Falls ja, könnte man sich mal überlegen, solchen Kollegen weniger Präsenzstunden zu geben und dafür mehr korrigieren zu lassen. Diese Idee wurde zuletzt von meinem Betreuer aufgeworfen. Prinzipiell ein interessanter Vorschlag, aber wahrscheinlich stehen dem in der Praxis viele Hürden im Weg. Die Aufgabenteilung zwischen zwei Lehrern dürfte organisatorisch nicht einfach zu machen sein und würde wahrscheinlich den ursprünglichen Zeitgewinn wieder wegfressen. Allein bei MP-Tests dürfte das Prinzip ohne größere Schwierigkeiten greifen.

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2 Gedanken zu “Die ewige Korrektur

  1. Angehende Lehrer und Korrigieren: unbedingt. Ob es Kollegen gibt, die lieber korrigieren als unterrichten,weiß ich nicht – möglich ist es. Vielleicht gibt es auch Kollegen, die eher mehr korrigieren und weniger unterrichten sollten. Jedenfalls wäre es tatsächlich schön, wenn man solche Strukturen schaffen könnte. Vermutlich wäre es ohnehin nicht schlecht, wenn andere Lehrer als der eigene die Aufsätze korrigiert – auch weil dann die Kriterien für die Bewertung ganz explizit.

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