Ich bin bald einer von ihnen

In rund einem Monat wird sich dieses Blog wahrscheinlich in einen Ort der Frustration und Verzweiflung verwandeln. Ich beginne dann den Vorbereitungsdienst für Lehrämter.
Obwohl ich schon einige Erfahrungen im Schulbetrieb gesammelt habe, habe ich momentan noch keine konkrete Vorstellung, wie sich diese Zeit gestalten wird. Klar, stressig wird es. Das habe ich oft genug von Freunden gehört und über andere Quellen erfahren. Aber ich stürze mich relativ gerne in Arbeit, lasse mich mit Wohlwollen von interessanten und auch mühseligen Aufgaben einschließen, ich habe eigentlich richtig viel Lust auf die neuen Herausforderungen im Vorbereitungsdienst. Jedoch hoffe ich, dass mich die Masse nicht langsam erdrücken wird. Die Geschichten von Referendaren, die nicht mehr ohne Beruhigungsmittel auskamen oder auf sämtliche Hobbys verzichteten, lassen aufhorchen. Aber auf der anderen Seite kenne ich genug Leute aus meinem Uni-Karriere (ich bin Nachzügler), die diese Zeit nicht zermürbt hat, zumindest nicht allzu sehr.
Fast schon selbstverständlich gehe ich davon aus, dass ich zwischen diversen Stühlen sitzen werde und während der ersten Unterrichtsbesuche Kritik auf mich einhageln wird. Ist es vernünftig, eine solch freudlose Einstellung zu entwickeln oder sollte man sich etwas Naivität behalten? Wie soll man überhaupt als Referendar auftreten? Als offenherziger, zweifelnder Lehrling oder lieber als abgezockter, überheblich wirkender Meister seines Faches?

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Ein Gedanke zu “Ich bin bald einer von ihnen

  1. Studienrat Rudi Witzmann

    Lieber Stefan,
    Deine Auslandserfahrunjen sollten Dir eigentlich eine sichere Basis für Bildung und Erziehung der Dir gegenüberstehenden Auszubildenden. Deine übermäßigen Befürchtungen bringen bestimmt nicht die gebotene Atmosphäre im Unterrichtsgeschehen. Ebenso halte ich Überheblichkeit im Umgang mit Schülern, Auszubildenden und Kollegen vollkommen unnützig zum Motivieren und erfolgreichen Handeln. Ein gebotenes Selbstbewußtsein finde ich sehr dienlich für Deine Vorbereitungszeit. Dreimal auf Holz klopfen beruhigt.
    Herzlichst Opa Rudi

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