Räuberpistolen

Die letzte Woche durfte ich mich an den Schulen meiner Fachseminarleiterinnen tummeln, ein paar Doppelstunden hospitieren, diese reflektieren und teilweise eigene Einheiten planen. Hört sich nach drei entspannten Stunden pro Tag an, kann sich aber mit diskussionsfreudigen Kollegen entweder zu einer zähen oder einer spannenden Auseinandersetzung entwickeln.

Heute war wieder ein gewöhnlicher Seminartag, Kernseminar und die zwei Fachseminare. In der ersten Veranstaltung sollten wir eine erste Stunde mit einer neuen Klasse simulieren, wobei diese sich dann wieder auf die ersten fünf Minuten beschränkte. Ich war überrascht, dass sich kaum ein Referendar freiwillig meldete, insofern ging dann eben mein Finger nach oben. Für die Vorstellung habe ich eine erste Italienisch-Stunde simuliert und bei der Vorbereitung habe ich vor allem auf die Ausführungen bei der Spanischlehrerin gesetzt. Lief ziemlich geschmeidig, positiv hervorgehoben wurde vor allem der Aspekt, dass zunächst einmal inhaltliche Aspekte angesprochen wurden und nicht gleich organisatorische Dinge in die Klasse geschleudert wurden.
Ansonsten sind auch Seminarleiter vor Unterrichtsbesuchen nicht sicher, Kommentar eines anderen Referendars: „Hört das denn nie auf?“ Hoffen wir mal, dass dieser Besuch heute keinen angstmachenden Hintergrund hat, genug Räuberpistolen über heimtückische Seminarleiter sind ja schon im Umlauf.

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Aufgalopp

Einige Tage als Referendar liegen nun hinter mir und eine Frage kann ich schon nicht mehr hören: „Was ist Ihre Fächerkombination?“ Dicht folgen „Wo haben Sie eigentlich studiert?“ und „Warum sind Sie denn nach XY gekommen?“. Eine altgediente Lehrerin erzählte mir heute, dass man früher[tm] das Referendariat eigentlich ausschließlich in dem Bundesland ableistete, in dem man auch studierte. Wenn ich dies als Maxime hätte, könnte ich wahrscheinlich noch so drei Jahre in der sozialen Hängematte liegen oder müsste bei zersprengten Vertretungsjobs meinen Unterhalt erarbeiten. In Nordrhein-Westfalen ist jedoch die Situation wesentlich komfortabler, insofern waren bei den Einführungstagen fast nur Landeskinder anzutreffen, die jedoch relativ verblüfft von den Gästen aus Fern-Ost waren.
Die Verkürzung des Referendariats auf 18 Monate war nicht nur bei Kreide fressen ein Thema, sondern wurde auch von unseren Ausbildern in die Runde geworfen. „Den Druck möglich klein halten“ trotz eines zeitnahen Unterrichtsbesuches, verbunden mit dem freundlich-bestimmten Hinweis, möglichst geschwind vom Hospitieren zum Hantieren überzugehen. Aber jetzt geht es erst einmal mehrere Tage zu den diversen Seminaren, bevor man sich dann auf der echten Schaubühne präsentieren darf.