Kernige Seminare

Ich mag meinen Kernseminarleiter, denn er hat keinen leichten Job: Er muss sich um Referendare kümmern, die an verschiedenen Schulen unterrichten, die absurdesten Fächerkombinationen haben und in ihrer pädagogischen Philosophie stark voneinander abweichen.

Besonders auffällig war das bei der Sitzung zu Unterrichtsstörungen: Einige Referendarinnen wollen anscheinend einen Katalog oder vielleicht besser ein Computerprogramm, das ihnen sagt, wie sie wann entsprechend reagieren müssen. Intuition gibt es bei diesen Lehrkräften nicht. Unser Seminarleiter versuchte aber deutlich zu machen, dass es natürlich Leitideen, aber keine Patentrezepte bei Störungen gibt. Trotzdem wurden immer wieder Fragen nachgeschoben wie „Was mache, wenn in der 7- Klasse in Latein am Freitag ein Schüler sagt, dass das Arbeitsblatt langweilig ist?“. Jedoch kann man in einem solchen Umfeld nicht wirklich offen seine Meinung über solchen Frage kundtun, innerlich schwanke ich zwischen Kopfschütteln und Zynismus. Unser Kernseminarleiter wählt keinen dieser Wege und antwortet gelassen auf jene Einwürfe, meine Bewunderung für diese Ruhe.

Die Seminare sind übrigens auch kuscheliger als ich so dachte. Mit dem Kernseminar gingen wir zum Grillen in den Park und bei einem Fachseminar haben wir in der Wohnung der Seminarleiterin gekocht und gemütlich auf dem Balkon gegessen. Viel wurde über Urlaubspläne gesprochen, der typische Referendar sucht dabei zunächst die bundesweit verstreuten Freunde ab und ergibt sich dann eine Woche der Sonne Südeuropas. Könnte wilder sein, aber auch kleinbürgerlicher.

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