Mitfahrgelegenheit

Ein Großteil der Referendare und Lehrer wohnt nicht am Schulort, sondern in einer rund 30 km entfernten Universitätsstadt. Dadurch ergeben sich erhebliche Pendlerströme, die jedoch größtenteils mit dem Auto anreisen. Es gibt sogar eine Lehrerin, die ein hochkomplexes Mitfahrgelegenheit-System koordiniert und die Pendler den Autos zuweist. Als Referendar ist das aber eher unpraktisch, deshalb gibt es unter den Referendaren eigene MFGs. Diese Fahrten sind eigentlich immer recht aufschlußreich und erheiternd. Man erfährt beispielsweise,

  • wen der Kollege am Wochenende verkuppeln will,
  • wie viele Fächer eine andere Referendar schon studierte,
  • was wohl die beste Aufstellung beim kicker-Managerspiel ist,

Schulprobleme sind natürlich auch immer präsent, aber ich versuche dieses Themenfeld nicht anzuschneiden, außer es beinhaltet einen gewissen Unterhaltungswert, also kein Gefasel über UBs oder Planstellen.

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Zweiter erster Tag

Eine Stunde Unterricht heute nur gehabt und trotzdem das Gefühl, als wäre es rein chaotischer Tag gewesen. Für so eine Einschätzung reichen wenige kleine Elemente aus, in dem Fall eine kleine Zankerei zwischen den Ausbildungsleitern, das zweckfreie Warten auf eine dieser beiden Personen während der großen Pause und eine vertauschte Klassenliste.

Positiv: Die Kopien und Folien für morgen stehen, erste Fotos der Schülergruppen wurden auch geschossen, meine Sprechzeiten und der Stundenplan sind fixiert, morgen werden die arg ramponierten Italienisch-Lehrbücher ihre letzten Besitzer finden und inhaltlich machen wir dann auch endlich etwas Handfestes.

Nach dem Ende der Ferien

Heute war es soweit, ein weiterer Schritt in Richtung Lehrer-Dasein: eigene Klasse, für ein komplettes Schuljahr, „bedarfsdeckend“ wie es so nett heißt. Ich hätte nicht gedacht, dass ich mich einerseits befreit fühle, auch mal ungefragt „wilde“ Sachen im Unterricht auszuprobieren, aber auf der anderen Seite doch gerne stetige Rückmeldung einer routinierten Lehrkraft hätte. Gerade bei solchen banal anmutenden Kleinigkeiten wie angedachter Heftführung oder Bewertungsmethodik fühle ich mich ein wenig zwischen „Mach doch wie du magst“ und „So, und nur genau so“ schwanken.

Am Montag war noch eine Konferenz des Kollegiums, bei der unter anderem intensiv über eine Weiterbildung ausgerechnet zu Weiberfastnacht diskutiert wurde. Wortmeldungen bei solchen Gelegenheiten legen alte Feindschaften gnadenlos offen, als Berufsanfänger belässt man es also besser beim kräftigen Mitklopfen. Der Großteil der Kollegen hatte zudem eine wesentlich fundiertere Bräune, leichter Urlaubsneid kam da auf.