Finger hoch

Ein schönes Beispiel, dass viele Referendare von ständiger Panik durchdrungen sind, besteht in der Verteilung der mündlichen Noten. Einige Jungkollegen meiner Schule schreiben nach jeder Stunde akribisch auf, wer sich wann gemeldet hat. Die Qualität des Beitrages wird natürlich ebenfalls bemessen, von Reproduktion bis Transfer. Keine Frage, eine gewisse Objektivität bei der Verteilung der mündlichen Noten soll natürlich gegeben sein, aber hier scheinen doch einige Referendare über das Ziel hinauszuschießen. Ich aktualisiere einmal pro Woche meine Aufzeichnungen und dies erscheint mir gelegentlich relativ nichtssagend, wenn in einer Klasse bei jeder zweiten Frage 15 Finger hochgehen. Soll ich dann denjenigen bestrafen, der von mir mal schlichtweg übersehen wird, weil er im toten Winkel des Klassenzimmers sitzt?

Vor den Ferien habe ich mit jedem einzelnen Schüler meiner Kurse ganz kurz über die „Sonstige Mitarbeit“ geredet. Meine Äußerungen wiederholten sich an einigen Stellen, trotzdem wollte kein Schüler minutiös in Erfahrung bringen, wie sich seine Note zusammensetzt. Ich hatte übrigens nicht erwartet, dass die Schüler die Selbstevaluation ihrer SoMi-Note eher als Farce denn als Mitbestimmung ansehen. Vielleicht spielt hier auch ein wenig Angst mit, sich mit der Selbsteinschätzung bei der Lehrkraft vollkommen lächerlich zu machen.

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