Die Angst des Referendars vor der Klausur

Studienreferendarin schreibt vom beunruhigend guten Durchschnitt ihrer ersten Klassenarbeit. Ich sitze momentan an einem ähnlichen Problem, da kommende Woche meine Italienisch-Klasse an der Reihe ist: Ein zu guter oder schlechter Schnitt ist per se eine Konsequenz miesen Unterrichts oder einer miserablen Konzeption der Klausur. Und selbst in dem Fall, dass sich die Noten nach Gauss verteilen, bleibt ein fader Beigeschmack. Habe ich die Klausur so konzipiert, dass die Schüler genau in diesen Feldern landen werden? Es gibt ja auch Referendare, die die Punkte erst nach der Durchsicht einiger Klausuren gebührend verteilen.
Die Unsicherheit ist also immer da und verliert sich womöglich nur mit zunehmender Berufserfahrung. Dann werde ich auch sagen können, dass ich voriges Jahr die gleiche Klausur geschrieben habe und die Ergebnisse davon besser waren. Jetzt fehlt dieser Vergleich, aber das ist typisches Referendarsleid, wer keinen Mut zum Experimentieren hat und nicht mit den darauf entstehenden Frustrationen leben kann, wird nicht glücklich werden. Für die Klausur habe ich mich dahingehend abgesichert, dass ich a) die Klausur an Kollegen verschickt habe und b) die Schüler eine Probeversion schreiben konnten und ich per E-Mail Rückmeldung gab (die Kommentar-Funkton von Word ist dafür ganz brauchbar). Ein Drittel des Kurses nahm dieses Angebot an, vor allem Schüler aus dem „Mittelfeld“, die ganz schlechten sind gerade in der neu einsetzenden Fremdsprache wohl oft auch die faulen Schüler, die selbst solche Angebote in den Wind schlagen.

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