Umgekippt

Vehement wehrte ich mich, im Sekretariat anzurufen und mich krank zu melden. Trotz triffender Nase, ich wollte diesen Unterrichtsbesuch am letzten Donnerstag ohne Wenn und Aber durchziehen. Am Ende war es genau richtig so. An einem Sonntag beim Aufstehen ist mir die Idee gekommen, diese dann kurz mit dem Ausbildungslehrer abgesprochen, die Reihe durchgeplant und schließlich am Wochenende davor die Stunde konzipiert. Ein kurzer Input, wenig zähes Unterrichtsgespräch, viel Schüleraktivierung und ein Haufen netter Produkte. Slapstick gab es auch, dank einer enorm klemmenden Klassenzimmertür. Dazu gesellte sich ein Entwurf, der kaum Fragen offen ließ. Wenn sich Fachseminarleiter in der Beratungsphase schwer tun, dann ist das meistens ein ziemliches gutes Zeichen. Besser wird es nicht mehr werden, man wird nur noch enttäuschen können. Es ist aber schön, dass ich in der Mitte der Ausbildung ein deutliches Zeichen gesetzt habe.

Heute kippte eine Schülerin in meinem Unterricht um. Reaktion der Mitschüler: Gelächter, „passiert ja öfter bei ihr, in zwei Minuten ist sie wieder wach“. Das war heute nicht ganz so: Ich hetze ins Sekretariat, treffe eine ältere Kollegin, die mit Kühlbandagen bewaffnet mich begleitet und die Schülerin wieder zurückholt. Notruf war also nicht notwendig, dafür aber sicherlich eine eingehende Untersuchung, schließlich kippt die Schülerin fast jeden Tag in der Schule um.

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