Zum Einsteigen

Der typische Einstieg einer Besuchsstunde: Begrüßung, Folie aufwerfen und dann betet der Referendar innerlich, dass die Schüler im Gespräch irgendwie die Problemfrage herleiten und somit die Erarbeitung beginnen kann. Auch Herr Rau kennt dieses Szenario und wenn ich auf meine bisherigen Unterrichtsbesuche zurückblicke, lief der Einstieg tatsächlich immer über eine Folie ab. Aber dies ist vermutlich eher dem Umstand geschuldet, dass der OHP ein recht flexibles Instrument ist. Ich kann darüber natürlich den klassischen Bildimplus einwerfen, aber genauso gut Instruktionen geben, ohne für 30 Schüler ein Arbeitsblatt ausdrucken und austeilen zu müssen. Wenn der Beamer zum Standard an den Schulen gehören sollte, wird der OHP wohl seine Dominanz einbüßen und vielleicht völlig von der Bildfläche verschwinden.

Am Anfang der Ausbildung habe ich für fast jede Stunde einen motivierenden Einstieg gewählt, aber zunehmend setze ich auf wiederholend-informative Einstiege. Nicht (direkt) aus Faulheit, sondern weil die Schüler es schätzen. Gerade fleißige Schüler, die sonst eher zurückhaltend sind, können in solchen Phasen aufblühen. Und allgemein schafft es Transparenz und es entstehen bei geschickter Reihenplanung Problemüberhänge, die in der Stunde aufgegriffen werden können. Den Klassiker „Was haben wir denn in der letzten Stunde gemacht?“ habe ich übrigens bisher nur einmal scherzhaft eingeworfen, aber selbst da gab es kein Murren.

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Prüfungsvorbereitung

Gerade wird die Halbzeit der Ausbildung eingeläutet und trotzdem wurden wir schon um die Examenstermine gefragt. Die Prüfungen erfolgen zu Beginn des kommenden Schuljahres, zwischen Sommer- und Herbstferien. Diese liegen in NRW im Jahr 2013 äußerst dicht beieinander, was zu einigen organisatorischen Spannungen führt:

  • An unserer Schule sind wir ja zwölf Referendare und mehr als zwei Prüfungen pro Tag kann eine Schule organisatorisch kaum tragen. Schließlich werden pro Referendar zwei Lerngruppen terminlich neu eingetaktet. Und bei uns ist es durchaus denkbar, dass drei Leute den gleichen Termin kriegen könnten, da muss also intern eine Absprache erfolgen.
  • Bestimmte Fachseminar-Leiter sind weniger beliebt und einige scheinen doch sympathischer zu sein. Bei großen Fachseminaren mit rund 20 Teilnehmern kann dies erhebliche Kollissionen bei der Terminierung der Anwärter hervorrufen.
  • Bereits ab dem vierten Unterrichtstag (der Montag der ersten vollständigen Unterrichtswoche) ist es denkbar, das Examen abzulegen. Man wird also geprüft, wie  man einen Kurs ans Arbeiten nach den Ferien bringt. Klingt wie ein Himmelfahrtskommando, kann aber durchaus eine spannende Alternative gerade für unsichere Kandidaten sein. Was will schließlich eine Prüfungskommission einfordern, wenn nichts über die Lerngruppe bekannt ist?
  • Von den Extra-Wünschen („Ich will gerne die Q1 in Italienisch. Bitte ändern Sie nicht die Zusammensetzung der Kurses!“)  möchte ich gar nicht erst reden.

Ansonsten werden die üblichen Räuberpistolen über Examensprüfungen durch die Gegend geworfen („Eine 1 in der Vorbenotung und dann glatt durchgefallen!“), aber „Don’t panic“ würde ich mal sagen.