Modulierend

Gestern bei der Nachbesprechung des Unterrichtsbesuchs, mit Fachseminarleiterin X in der Schulkantine: „Ja, sehr schöne Stunde. Eine Sache, in meinen Kernseminar behandele ich kommende Woche das Thema „Stimme“. Sie haben heute kaum mit der Stimme moduliert. Warum? Nervös?“

Nachbesprechung einer anderen Stunde vor rund vier Monaten, Seminarleiter Y: „Ja, war halt eine Stunde mit Schwächen. Aber die Modulation ihrer Stimme ist wirklich einmalig, damit ziehen Sie die Schüler in ihren Bann!“

Gestern habe ich übrigens geantwortet, dass ich einfach „platt“ bin. War ehrlich und wurde auch so vollkommen akzeptiert.

Ansonsten merkte man gestern auch die Routine mit Unterrichtsbesuchen (oder vielleicht war es auch schlichtweg Müdigkeit). Unerwarteter Raumwechsel bei Technikeinsatz (Beamer) macht zusätzliche Mühe. Úm Stühle bittende Schüler fremder Klassen nehmen eine Minute deiner Unterrichtszeit weg. „Falsche“ Problemfragen lassen leichte Panik aufkommen, aber ich habe einfach gefragt, ob noch andere Problemfragen denkbar sind. Dann kam auch die erhoffte, die „falsche“ war im Prinzip die Leitfrage für den zweiten Teil der Doppelstunde und insofern ein großer Gewinn für den Unterrichtsgang.

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7 Gedanken zu “Modulierend

  1. Pingback: Von optischen Aufputsch, Kleingerüchteverbünden und dem Erzählen

  2. Lisa Rosa

    das mit der „falschen“ Problemfrage, die dann doch zur Leitfrage wurde, klingt interessant! Würdest du das mal genauer beschreiben, worum es ging, und welche Fragen das waren?

  3. Stefan

    Es ging um das Verhältnis der Eltern-Kind-Beziehungen in Deutschland und Italien. In Italien gibt es den sogenannten „mammismo“, die Kinder bleiben im Gegensatz zu Deutschland lange im Haushalt der Eltern. In einem Video von Bruno Bozzetto wird dieser Unterschied zwischen deutscher und italienischer Lebenswelt auf die Schippe genommen.

    https://www.goethe.de/ins/it/lp/prj/vab/mod/brb/deindex.htm

    Dieses Video war die Basis für die Hausaufgabe und die Schüler sollten schlichtweg die dargestellten Eltern-Kind-Beziehungen beschreiben. Dieser interkulturelle Aspekt sollte der Stimulus für die Problemfrage werden. Die Schüler haben in der Stunde zwei (absolut berechtigte) Fragen aufgestellt: 1. Was ist besser? (Inhalt der 2. Stunde) und 2. Warum gibt es den „mammismo“ in Italien? (die von mir angestrebte Problemfrage für die 1. Stunde).
    Das war eigentlich auch ein Segen für mich, weil es mich geschützt hat, die erstbeste Frage aufzunehmen und andere Aspekte zu ignorieren.

      1. Ist das eine Sokratische Frage? Idealerweise hätte man wohl die Schülerschaft fragen sollen, wie die Fragen beantwortet werden sollen. Aber in dem Fall war es wohl einsichtig, die Sachfrage vor der Bewertungsfrage zu behandeln, hoffe ich zumindest.

      2. Lisa Rosa

        nein, es war eine echte Frage . Die Sachfrage vor der Bewertungsfrage ist einsichtig. Aber auch an diesem Priorisierungs-Kriterium hätt man die SuS beteiligen, bzw sie darüber informieren können, nach dem Muster: „Der Lehrer denkt laut „, denn das ist ja auch ein Stück Lernen Lernen, also reflexiv. (Aber soll keine Kritik sein, ich fühl mich nur zu solchen Gedanken angeregt durch dein Beispie, vielen Dank also.)

      3. Keine Sorge, ich habe das als sehr konstruktive Kritik gesehen. Einsichtig sollte die Sortierung der Problemfragen in jedem Fall sein. Es gibt ja auch genug Seminarleiter, die selbst das „laute Denken“ für einen zu starken Impuls halten.

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