Mal mündlich

Meine EF Italienisch schreibt im vierten Quartal keine Kursarbeit, sondern wird sich einer mündlichen Kommunikationsprüfung unterziehen dürfen/müssen. Dies ist seit der neuerlichen Änderung der APO-GOSt (Ausbildungs-und Prüfungsordnung gymnasiale Oberstufe) möglich.

Das Prozedere: Die Schüler werden rund 20 Minuten in einer Paarprüfung zu den zwei Teilen „Zusammenhängendes Sprechen“ und „An Gesprächen teilnehmen“ geprüft, natürlich thematisch angebunden an die Inhalte der vorhergehenden Sequenz (bei uns „Venezia“). Innerhalb der Fachschaft haben wir uns recht schnell entschieden, diese Prüfungsform schon dieses Jahr einzuführen und zwar vorrangig aus folgenden Gründen:

  • Druck: Die Schüler müssen in der Prüfung sprechen und einmal nicht schreiben. Insofern nehmen sie auch die Übungen zum Bereich „Sprechen“ ernster als sonst.
  • Abwechselung: Die Planung der Sequenzinhalte hat eine ganz andere Stoßrichtung. Schriftlichkeit ist nun ein Mittel zum Zweck und Methoden zur Förderung der Mündlichkeit werden verstärkt eingesetzt und auch angenommen. So kann ich dem Kugellager eigentlich nicht viel abgewinnen, aber in dem Zusammenhang ist das eine effektive Methode, um möglichst viele Schüler gleichzeitig ans Sprechen zu bekommen.
  • Arbeitsbelastung: Die Korrektur erfolgt sofort und nicht zu Hause, die Zeit versickert eher in der Vorbereitung der Reihe und  Prüfungsinhalte.

Für die Planung der Reihe habe ich auch zu erst einmal die Prüfungsunterlagen erstellt. Das mache ich bei schriftlichen Klausuren eigentlich nie, im Extremfall erstelle ich die Klausur am Vorabend. Bei einer mündlichen Prüfung hätte eine solche Arbeitsweise vermutlich katastrophale Folgen. Im Teil „Zusammenhängendes Sprechen“ müssen meine Schüler einen Text lesen und ein Foto beschreiben. Ohne gezielte Vorbereitung würden sie zumindest beim zweiten Unterteil erhebliche Probleme bekommen. Ganz zu schweigen vom Segment „An Gesprächen teilnehmen“, bei dem diskursive Strategien angewendet werden sollen. Redemittel und Vokabular müssen da eingeschliffen sein, ansonsten rattert das Gespräch nach zwei Minuten ganz gehörig.

Insofern ist Transparenz bei der Durchführung der Reihe absolut von Nöten, insbesondere wenn es für die Schüler die erste mündliche Prüfung in der Schulkarriere ist. Ich nutze dafür gerne eine Lernlandkarte oder auch „Advance Organizer“ genannt. Für meine Folie zu Venezia habe ich auch Tagxedo eingesetzt, eine erweiterte Variante von Wordle.