Achselzucken

Es ist für mich ein wenig ungewohnt, dass ich derzeit ganz wenig unterrichte. Das fing schon mit der Zeit vor dem Examen an, als ich lediglich meine Prüfungskurse begleitete. Es hört sich komisch an, aber darunter leidet der Rhythmus, weil die wenigen Stunden natürlich perfekt laufen müssen, gerade vor dem Examen.

Völliger Käse.  Absurderweise habe ich in Philosophie wohl die schlechteste Stunde der Reihe gezeigt und das tat vor allem meiner Ausbildungslehrerin leid, die am Prüfungstag nicht anwesend sein konnte. Ich werde wohl auch nie das Gesicht meiner Fachseminarleiterin vergessen, wie sie nach dem vermurksten Tafelanschrieb mit den Achseln zuckte. Es wäre schön gewesen, an dem Prüfungstag zwei „perfekte Stunden“ gezeigt zu haben. Aber es passte zu meiner Ausbildung, dass eben nicht alles perfekt lief und der Tag war ein Spiegelbild davon. Die Schüler haben komischerweise nichts von den mir unendlich erscheinenden Fehlplanungen nichts mitbekommen: „Herr Witzmann war ganz normal wie immer.“ Das ist bei Schülern ein Kompliment, wenn man nicht gerade eine Oberpflaume ist. Manche Referendare dekorieren für ihre Examensstunden den Klassenraum komplett um, ich mag solchen Zirkus nicht und fand es schon leicht albern, Magnete in einer Examensstunde zu nutzen. Bin halt ein verknöcherter Referendar, aber die Schüler mögen es scheinbar, ich freue mich jetzt auf die letzten zwei Wochen an meiner Ausbildungsschule.

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