Auf die Schublade

Um 7.35 Uhr nähere ich mich dem Klassenraum der fünften Klasse, schaue in verblüffte Kinderaugen und öffne die Tür zum Klassenraum. Ich stelle meine Taschen am Lehrertisch ab und der erste wahrgenommene Kommentar einer Schülerin lautet „Sie sind unser pünktlichster Lehrer. Herr (Anmerkung: ich kenne hier zum Glück noch nicht alle Namen der Kollegen) kommt immer…“ und wird von mir blitzschnell mit einem „Wer ist eigentlich diese Woche Tafeldienst?“ unterbrochen.

Ich bin erstaunt, wie schnell man nach nur vier Wochen in eine Schublade gesteckt wird. Für andere Kurse bin ich vermutlich „der Lehrer, der immer so kleine Arbeitsblätter austeilt“, „der Typ, der sich immer seinen Pullover mit Kreide vollschmiert“ oder „der Mann mit den Hustenbonbons“. In meinem ersten Italienisch-Kurs habe ich nach wenigen Woche eine Evaluation durchgeführt. Positiv erwähnt wurden mein Tiramisù und die Verwendung von Öko-Papier, jedoch war mein Sandalen-Geschmack eindeutig ausbaufähig.

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