Abschluss

Gestern war ich beim Abiball meiner ehemaligen Schule. In diesem Fall ist die natürliche Anspannung zwischen mir als Lehrer und den Ex-Schülern komplett entwichen, ich gebe keine Noten mehr und ich muss nicht auf mein pädagogisches Verhalten achten, also alle Schüler einer Klasse beachten und einbinden. Als Rückkehrer wurde ich von allen Seiten angequatscht, teilweise war ich wirklich überwältigt, was rund ein Jahr gemeinsamer Unterricht bewirken kann. Blöd waren eigentlich nur die Vergleiche mit anderen Lehrern, da gibt es einen Kodex, den ich auch den Schülern verklickere.

In den letzten Woche kam in einigen Blogs die Frage auf, was Stress im Lehrerberuf hervorruft. Für mich sind es Überraschungen: eine unerwartete Vertretungsstunde, eine ausfallende Stunde, ein kaputter Kopierer, Tippfehler auf Arbeitsblättern und Klausuren, eine verschlafene Konferenz, ein mehrmals gebuchter Informatikraum, ein vergessener USB-Stick.

Umgekehrt gibt es auch so viele positive Überraschungen im Lehrerberuf. Am meisten überrascht und freut mich noch immer Lob, im Gespräch oder schriftlich. Viele Kollegen klagen über mangelndes Feedback der Schüler, aber was erwarten sie? Applaus am Ende jeder Stunde? Es gibt Momente, meist am Ende einer Wegstrecke oder nach einem zeitlichen Abstand, der Danksagung und dann kann man sich gewiss sein, dass sie ein Bedürfnis ist und komplett ehrlich gemeint ist. Lehrer dieser Welt, genießt diese Momente!