Pro und Contra

Gerade in den höheren Klassen werden die Themen doch etwa anspruchsvoller und greifen auch politische Problematiken auf. Wie sollen aber Themenfelder wie Atomkraftausstieg, Studiengebühren oder die Legalisierung von weichen Drogen angepackt werden, so dass ein spannender und fundierter Diskussionsimpuls aufkeimt?
Ich nutze dafür häufig die Seite „Wen wählen“, welche die jeweiligen Statements von Kandidaten zur Bundestagswahl online stellt. Diese kopiere ich dann in ein Arbeitsblatt, mit dem Ziel eines breiten Spektrums an Meinungen und Argumenten. Die Aufgabe der Schüler besteht dann darin, sich zu einer Seite des Themenfeldes zu bekennen und dafür Argumente zu sammeln. Meistens lasse ich die Standpunkte auch von den Schülern an die Tafel schreiben und greife dann diejenigen Argumente heraus, die besprochen werden sollten. Ein netter Nebeneffekt dieser Methodik ist außerdem, dass die Schüler einen ersten Einblich in die deutsche Politiklandschaft bekommen.
Ein (nicht gerade toll formatiertes) Arbeitsblatt zum Thema „Atomenergie“ gibt es hier als Exempel.

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Gehängt

Letztens stand das Thema „Todesstrafe“ an, für das ich auch mal wieder eigene Arbeitsblätter erstellen wollte. Hierfür habe ich verschiedene Quellen angezapft:

Die Stunden liefen gut durch, gerade bei Nietzsche wurde eifrig und energisch diskutiert.

Mind-Map-Massaker

Eventuell ist es wirklich so, dass Herr Larbigs Vermutung mit der Mind-Map als „Methoden-Mythos“ die Realität gut reflektiert. Selbständig arbeiten nur sehr wenig Schüler mit der Mind-Map, obwohl sich diese Methodik wahrscheinlich für viele Referate anbieten würde.
Die Erstellung einer brauchbaren Mind-Map (z.B. für die Einführung in ein Themenfeld) ist jedoch nicht in fünf Minuten durchgeführt. Ich merke das selber, wenn ich Mind-Maps zur Wortschatz-Vorentlastung erstelle. Meistens schlage ich dafür zunächst ein Lehrbuch auf und schaue mir das gelistete Vokabular an. Danach kommt die gedankliche Strukturierung des Stoffes (u.a. die Gliederung der Unterthemen) und zum Schluss erst findet die Visualisierung mit Hilfe einer Mind-Map statt. Insofern fordert die Mind-Map hier bereits die Durchdringung eines Themas und ist somit kein Mittel dafür, wie allgemein gern behauptet. Daher rühren wahrscheinlich auch die Frustrationen bei der spontanen Erstellung einer Mind-Map an der Tafel oder im Heft, welche bei der finalen Betrachtung oftmals einem wilden Begriffsdschungel gleicht.
Meine Mind-Maps sind daher, wie schon in einem vorhergehenden Artikel dargestellt, sehr listenähnlich. Hier sind dafür noch einige andere Beispiele aus den Themenfeldern Sport, Wohnen und Diskussion.