Prüfungsvorbereitung

Gerade wird die Halbzeit der Ausbildung eingeläutet und trotzdem wurden wir schon um die Examenstermine gefragt. Die Prüfungen erfolgen zu Beginn des kommenden Schuljahres, zwischen Sommer- und Herbstferien. Diese liegen in NRW im Jahr 2013 äußerst dicht beieinander, was zu einigen organisatorischen Spannungen führt:

  • An unserer Schule sind wir ja zwölf Referendare und mehr als zwei Prüfungen pro Tag kann eine Schule organisatorisch kaum tragen. Schließlich werden pro Referendar zwei Lerngruppen terminlich neu eingetaktet. Und bei uns ist es durchaus denkbar, dass drei Leute den gleichen Termin kriegen könnten, da muss also intern eine Absprache erfolgen.
  • Bestimmte Fachseminar-Leiter sind weniger beliebt und einige scheinen doch sympathischer zu sein. Bei großen Fachseminaren mit rund 20 Teilnehmern kann dies erhebliche Kollissionen bei der Terminierung der Anwärter hervorrufen.
  • Bereits ab dem vierten Unterrichtstag (der Montag der ersten vollständigen Unterrichtswoche) ist es denkbar, das Examen abzulegen. Man wird also geprüft, wie  man einen Kurs ans Arbeiten nach den Ferien bringt. Klingt wie ein Himmelfahrtskommando, kann aber durchaus eine spannende Alternative gerade für unsichere Kandidaten sein. Was will schließlich eine Prüfungskommission einfordern, wenn nichts über die Lerngruppe bekannt ist?
  • Von den Extra-Wünschen („Ich will gerne die Q1 in Italienisch. Bitte ändern Sie nicht die Zusammensetzung der Kurses!“)  möchte ich gar nicht erst reden.

Ansonsten werden die üblichen Räuberpistolen über Examensprüfungen durch die Gegend geworfen („Eine 1 in der Vorbenotung und dann glatt durchgefallen!“), aber „Don’t panic“ würde ich mal sagen.

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Ich bin bald einer von ihnen

In rund einem Monat wird sich dieses Blog wahrscheinlich in einen Ort der Frustration und Verzweiflung verwandeln. Ich beginne dann den Vorbereitungsdienst für Lehrämter.
Obwohl ich schon einige Erfahrungen im Schulbetrieb gesammelt habe, habe ich momentan noch keine konkrete Vorstellung, wie sich diese Zeit gestalten wird. Klar, stressig wird es. Das habe ich oft genug von Freunden gehört und über andere Quellen erfahren. Aber ich stürze mich relativ gerne in Arbeit, lasse mich mit Wohlwollen von interessanten und auch mühseligen Aufgaben einschließen, ich habe eigentlich richtig viel Lust auf die neuen Herausforderungen im Vorbereitungsdienst. Jedoch hoffe ich, dass mich die Masse nicht langsam erdrücken wird. Die Geschichten von Referendaren, die nicht mehr ohne Beruhigungsmittel auskamen oder auf sämtliche Hobbys verzichteten, lassen aufhorchen. Aber auf der anderen Seite kenne ich genug Leute aus meinem Uni-Karriere (ich bin Nachzügler), die diese Zeit nicht zermürbt hat, zumindest nicht allzu sehr.
Fast schon selbstverständlich gehe ich davon aus, dass ich zwischen diversen Stühlen sitzen werde und während der ersten Unterrichtsbesuche Kritik auf mich einhageln wird. Ist es vernünftig, eine solch freudlose Einstellung zu entwickeln oder sollte man sich etwas Naivität behalten? Wie soll man überhaupt als Referendar auftreten? Als offenherziger, zweifelnder Lehrling oder lieber als abgezockter, überheblich wirkender Meister seines Faches?